Bioökonomie und Biotechnologien (1/3)
Industrielle Biotechnologie – Perspektiven für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie
Industrielle Biotechnologie nutzt biologische Systeme — Mikroorganismen, Enzyme, lebende Zellen — um Materialien, Chemikalien, Kraft- und Hilfsstoffe herzustellen. Biotechnologische Prozesse ersetzen oder ergänzen dabei klassische petrochemische Verfahren. Sie eröffnen neue Möglichkeiten für die Herstellung von Schutzausrüstung sowie von Treib- und Schmierstoffen. Die Europäische Kommission zählt Biotechnologie im White Paper for European Defence – Readiness 2030 ausdrücklich zu den kritischen und fundamentalen Technologien für militärische Leistungsfähigkeit. (EC 2025)
NRW ist Deutschlands größter Chemiestandort mit rund 450 Unternehmen, gut 100.000 Beschäftigten und einem Branchenumsatz von ca. 49 Mrd. EUR. (Statistik NRW o.J) Im Bereich der Biotechnologie insgesamt gibt es in NRW nach Angaben des Landescluster BIO.NRW 122 spezialisierte Biotech-Unternehmen, die mit 6.790 Beschäftigten 27 % des gesamtdeutschen Jahresumsatzes der Branche erwirtschaften. 29,9 % der Investitionen in Forschung und Entwicklung in Deutschland entfallen demnach auf NRW. (BIO.NRW o.J.) NRW verfügt über eine erstklassige Forschungslandschaft – auch im Bereich der Life Sciences und Biotechnologie. Der Cluster Industrielle Biotechnologie (CLIB) als internationaler Open-Innovation-Cluster hat seinen Kern in NRW und verbindet Großunternehmen, KMU und Startups auf einer gemeinsamen Plattform für industrielle Biotechnologie und verfolgt die Mission: „networking biotechnology – creating sustainability". (CLIB 2026)
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind zwar noch keine Aktivitäten der industriellen Biotechnologie mit Anwendung in der SVI in prominenter Form öffentlich. NRW verfügt aber wie dargestellt über große Potenziale im Hinblick auf die Forschungskompetenzen und die industriellen Kapazitäten. Der geplante EU Biotech Act 2026 verspricht Erleichterungen in Zulassungsverfahren für biotechnologische Produktionsverfahren. (EP 2026) Kommerzielle Innovationen werden schon bzw. müssen zukünftig zunehmend systematisch in den Verteidigungsbereich integriert werden (Reverse Spin-off) – auch aus dem Bereich der Biotechnologie. (NATO 2024) Das EU Dual-Use White Paper benennt Lücken zwischen ausschließlich zivilen und ausschließlich militärischen Programmen zur Förderung von Forschung und Entwicklung als strukturelles Problem und verweist u.a. auf die „Strategic Technologies for Europe Platform (STEP)" auch im Kontext von Biotechnologien und Bioproduktion. (EC 2024)
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind zwar noch keine Aktivitäten der industriellen Biotechnologie mit Anwendung in der SVI in prominenter Form öffentlich. NRW verfügt aber wie dargestellt über große Potenziale im Hinblick auf die Forschungskompetenzen und die industriellen Kapazitäten. Der geplante EU Biotech Act 2026 verspricht Erleichterungen in Zulassungsverfahren für biotechnologische Produktionsverfahren. (EP 2026) Kommerzielle Innovationen werden schon bzw. müssen zukünftig zunehmend systematisch in den Verteidigungsbereich integriert werden (Reverse Spin-off) – auch aus dem Bereich der Biotechnologie. (NATO 2024) Das EU Dual-Use White Paper benennt Lücken zwischen ausschließlich zivilen und ausschließlich militärischen Programmen zur Förderung von Forschung und Entwicklung als strukturelles Problem und verweist u.a. auf die „Strategic Technologies for Europe Platform (STEP)" auch im Kontext von Biotechnologien und Bioproduktion. (EC 2024)
USA: Die USA betonen die Bedeutung von Biotechnologie für nationale Sicherheit und industrielle Souveränität sehr nachdrücklich. (National Security Commission on Emerging Biotechnology 2025). Besonders wichtig sind Bioproduktion, Lieferkettenresilienz, technologische Souveränität und institutionalisierter Technologietransfer. (US Congress 2026)
China: China verfolgt Biotechnologie als strategische Staats- und Machttechnologie. Als besonders relevant werden die Erhebung und Pflege von Genomdaten, Skalierung industrieller Biotechnologien und die Kopplung ziviler und sicherheitsrelevanter Innovationsstrukturen angesehen. (ISAB 2024)
Europäische Union: Die EU erkennt Biotechnologie ausdrücklich als kritische Dual-Use-Technologie an. (EC 2024) Die Debatte konzentriert sich auf bessere Verzahnung ziviler und verteidigungsnaher Forschung, Förderinstrumente und strategische Kapazitäten.
Deutschland: Deutschland hat starke wissenschaftliche und industrielle Kompetenzen, aber keine gleich stark sicherheitsorientierte Biotech-Governance wie die USA. Die deutsche Politik fokussiert unter dem Begriff Bioökonomie bislang stärker auf Nachhaltigkeit und Innovationsförderung. (BMFTR 2020)
NATO: Industrielle Biotechnologien werden von der NATO zunehmend als sicherheits- und verteidigungspolitisch relevant angesehen NATO (2024) mit besonderer Bedeutung für Versorgungssicherheit, Schutz, Resilienz und Verteidigungsinnovationen.
China: China verfolgt Biotechnologie als strategische Staats- und Machttechnologie. Als besonders relevant werden die Erhebung und Pflege von Genomdaten, Skalierung industrieller Biotechnologien und die Kopplung ziviler und sicherheitsrelevanter Innovationsstrukturen angesehen. (ISAB 2024)
Europäische Union: Die EU erkennt Biotechnologie ausdrücklich als kritische Dual-Use-Technologie an. (EC 2024) Die Debatte konzentriert sich auf bessere Verzahnung ziviler und verteidigungsnaher Forschung, Förderinstrumente und strategische Kapazitäten.
Deutschland: Deutschland hat starke wissenschaftliche und industrielle Kompetenzen, aber keine gleich stark sicherheitsorientierte Biotech-Governance wie die USA. Die deutsche Politik fokussiert unter dem Begriff Bioökonomie bislang stärker auf Nachhaltigkeit und Innovationsförderung. (BMFTR 2020)
NATO: Industrielle Biotechnologien werden von der NATO zunehmend als sicherheits- und verteidigungspolitisch relevant angesehen NATO (2024) mit besonderer Bedeutung für Versorgungssicherheit, Schutz, Resilienz und Verteidigungsinnovationen.
500 Mrd. USD: So hoch ist die Schätzung des Weltmarkts der weißen Biotechnologie im Jahr 2026. (Research and Markets 2026) Der Begriff „weiße Biotechnologie" wird vielfach synonym zum Begriff industrielle Biotechnologie verwendet. Der Marktforschungsbericht von „Research and Markets“ erwartet für die Jahre bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Marktwachstum von mehr als 10 %.
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Defence.NRW: Zentrale Plattform für Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft in NRW; erster Ansprechpartner für Dual-Use- und Verteidigungskontexte
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CLIB – Cluster Industrielle Biotechnologie e.V.: Zentrale Schnittstelle für industrielle Biotechnologie in NRW; relevant für Biomanufacturing, Materialien und Bioökonomie
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Forschungszentrum Jülich – IBG / IBG-1: Relevanter Forschungspartner für Biotechnologie, Bioökonomie und biobasierte Produktionssysteme
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Fraunhofer UMSICHT: Anwendungsnahe Forschung zu Materialien, Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie
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RWTH Aachen – AVT: Starke Kompetenzen in Bioverfahrenstechnik und industriellen Bioprozessen
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Universität Bielefeld – CeBiTec: Forschung zu mikrobieller Biotechnologie und Bioproduktion
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BIO.NRW: Zentrales Landesnetzwerk für Biotechnologie und Life Sciences; relevant für Vernetzung, Förderzugänge und Sichtbarkeit
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BioRiver e.V.: Regionales Biotechnologie-Netzwerk in der Rhein-Ruhr-Region; relevant für Unternehmen, Start-ups und Transfer
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TU Dortmund: Wissenschaftliche Kompetenzen in Bioverfahrenstechnik / Chemical Engineering
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Covestro AG: Material- und Polymerkompetenz
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Evonik Industries AG: Spezialchemie und industrielle Biotechnologie
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Lanxess AG: Spezialchemie und kritische Vorprodukte
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Henkel AG & Co. KGaA: Klebstoffe, Beschichtungen, materialnahe Anwendungen
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Bayer AG: Großer Life-Science- und Chemieakteur mit hoher systemischer Relevanz für das NRW-Ökosystem

